Anwaltszwang vor dem Amtsgericht in Familiensachen (Familiengericht)

JA

Vertretung durch einen Anwalt zwingend erforderlich:

  • Einreichen des Scheidungsantrags (auch bei einvernehmlicher Scheidung!)
  • Einreichung des Antrags auf Aufhebung der eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • Ehesachen und Folgesachen, also Angelegenheiten, die zusammen mit der Scheidung in einem Verfahren verhandelt werden, da ein entsprechender Antrag eines Beteiligten vorliegt
  • Unterhaltssachen (Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt, Elternunterhalt, Unterhalt begründet durch eingetragenen Lebenspartnerschaft etc.), außer im Verfahren der einstweiligen Anordnung (siehe unten)
  • Ansprüche aus Anlass der Geburt
  • Eheliches Güterrecht, Zugewinnausgleich, Gütertrennung, Ansprüche aus dem lebenspartnerschaftlichen Güterrecht
  • Herausgabe von im Alleineigentum stehender Haushaltsgegenstände
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Anwalt in Familiensachen insbesondere dann zwingend erforderlich ist:
  • wenn eine Ehe geschieden oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben werden soll und
  • wenn es sich um auf Geld gerichtete Ansprüche handelt, die durch Verwandtschaft, Verlöbnis, Ehe, gemeinsame Kinder oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet sind.

NEIN

Kein Anwalt erforderlich:

  • Zustimmung zum Scheidungsantrag und Widerruf der Zustimmung zur Scheidung
  • Rücknahme des Scheidungsantrags
  • Antrag auf Abtrennung einer Folgesache von der Scheidung
  • Antrag auf Durchführung des Versorgungsausgleichs (nach § 3 Abs. 3 des Versorgungsausgleichsgesetzes) und die Erklärungen zum Wahlrecht (nach § 15 Abs. 1 und 3 des Versorgungsausgleichsgesetzes)
  • Verfahren über die Verfahrenskostenhilfe (VKH)
  • Verfahren der einstweiligen Anordnung (vorläufiger Rechtsschutz)
  • Zuweisung Ehewohnung
  • Überlassung Hausrat
  • Kindschaftssachen (Sorgerechtsverfahren, Umgangsverfahren, Aufenthaltsbestimmungsrecht)
  • Abstammungsverfahren
  • Adoptionsverfahren
  • Gewaltschutzsachen
  • Unterhaltssachen für die Beteiligten, die durch das Jugendamt als Beistand, Vormund oder Ergänzungspfleger vertreten sind